Wolf Donner

Wolf DonnerWolf Donner hat als Entwicklungsberater und freier Schriftsteller mit seiner Frau Eka alle Kontinente bereist. Er ist Ehrenpräsident der Deutsch-Nepalischen Gesellschaft e. V. und lebt in Köln.

Wolf Donner kam 1923 in Berlin zur Welt und besuchte die Volks- und Oberrealschule in Berlin und Dessau. Im Jahr 1941 wurde er zur Wehrmacht eingezogen und war zuletzt Obergefreiter im Deutschen Afrikakorps. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft im Jahr 1946 fand er Beschäftigung in der chemischen Industrie in Wolfen b. Bitterfeld, zunächst als einfacher Arbeiter. Von 1947 bis 1949 absolvierte er eine Lehre als Industriekaufmann. Es folgte ein kurzes Zwischenspiel als kaufmännischer Angestellter.

Ab 1949 studierte er Volkswirtschaftslehre, Sozialpolitik und Wirtschaftsgeographie an drei Hochschulen: an der Humboldt-Universität Berlin (Ost), an der Freien Universität Berlin (West) und an der Universität Köln. Die VWL-Zwischenprüfung legte er mit einer Arbeit zum Problem der ursprünglichen Akkumulation bei Karl Marx und Franz Oppenheimer ab. Im Jahr 1953 graduierte er zum Diplom-Volkswirt (Thema der Arbeit: Die Konzeption des Konkurrenzsozialismus in der neueren amerikanischen Literatur).

Nach seinem Wiedereinstieg ins Berufsleben wirkte Wolf Donner als Pressereferent beim nordrhein-westfälischen Landesverband des Kriegsopferverbandes VdK Deutschland und als Redakteur von Verbandszeitschriften. Fasziniert von den Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt, gab er diese Ämter auf, um sich diesem Thema, insbesondere auf dem eng verbundenen Feld der Entwicklungspolitik, als freier Journalist und in der Erwachsenenbildung zu widmen. Dies zog seit 1955 zahlreiche Reisen nach sich.

Im Jahr 1959 promovierte er zum Dr. rer. pol. (Die sozial- und staatspolitische Tätigkeit der Kriegsopferverbände), arbeitete 1961–66 als Wissenschaftler am Bonner Forschungsinstitut für Wirtschaftsfragen der Entwicklungsländer und erstellte Gutachten u.a. für das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Diese Tätigkeit führte ihn nach Pakistan, Nordafrika und Mittelamerika.

Zwischen 1966 und 1978 stand er im Dienst der Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO). Als Berater für landwirtschaftliche Entwicklungsplanung lebte und arbeitete er in Nepal, Thailand, Brasilien und Haiti.

Seine Reisen, die in zahlreiche Publikationen, Gutachten und Vorträge mündeten, führten ihn seit 1955 außerdem nach Syrien, in die Türkei, nach Mexiko, durch die Andenländer, zu den Galápagos-Inseln, durch Argentinien und in das Amazonas-Gebiet, nach Island, Grönland und in die Antarktis, nach Pakistan, Indonesien und Kuba, in die UdSSR und die Mongolei, nach Tibet und China, durch die Sahara nach Westafrika, nach Ostafrika und durch das südwestliche Afrika, nach Neuseeland und nach Australien.

Seit 1978 ist Wolf Donner wieder in Deutschland ansässig und arbeitet vorwiegend als freier Schriftsteller. Daneben war er weiterhin Mitarbeiter an wissenschaftlichen Instituten, Gutachter und Erwachsenenbildner. Im Jahr 1989 verlieh ihm die Pacific Western University (Los Angeles, USA) für seine Dissertation über Land Use and Environment in Indonesia den Grad des Doctor of Philosophy (Ph.D.).

Seit insgesamt über dreißig Jahren engagiert sich Wolf Donner, teils in herausragenden Funktionen, in der Deutsch-Nepalischen Gesellschaft und der Deutsch-Thailändischen Gesellschaft. Unter anderem als Chefredakteur der Nepal Information und Redakteur der Thailand-Rundschau trug er entscheidend zur Weiterentwicklung der Zeitschriften bei. Er ist Mitglied sowohl im Wissenschaftlichen Beirat der Deutsch-Mongolischen Gesellschaft als auch im Beirat des King Mahendra Trust for Nature Conservation in Nepal, Deutsches Komitee, und Ehrenvorsitzender der Deutsch-Nepalischen Gesellschaft.

Schon 1972 veröffentlichte Wolf Donner das umfangreiche entwicklungsgeographische Standardwerk Nepal. Raum, Mensch und Wirtschaft, das 1994 durch Lebensraum Nepal. Eine Entwicklungsgeographie abgelöst wurde. Das handliche Taschenbuch, das 1990 als Aktuelle Länderkunde bei C.H. Beck erschien und das die Edition Kathmandu 2008 als aktualisierte und erweiterte Nepalkunde neuauflegte, stellt das Kondensat seiner fundierten Kenntnisse dar.